Willkommen
bei Luther
in Lich



1521 kam der Reformator Martin Luther auf seinem Weg von Wittenberg zum Reichstag nach Worms und auf dem Rückweg von Worms bis zur Wartburg zwei Mal durch unsere Gegend. Im Archiv der Marienstiftsgemeinde Lich gibt es einen sogenannten Furierzettel, auf dem festgelegt wird, wo die 89 Pferde einer Reisegesellschaft in Lich untergebracht werden.
Einer der 21 genannten Reiseteilnehmer war Doktor Luther. Einige der anderen Teilnehmer sind bekannt, sind zum Teil aus dem Umfeld von Erzbischof Albrecht von Mainz.

Auch wenn undatiert, stammt dieser 33,5cm hohe und 42cm breite gefaltete Furierzettel dem Wasserzeichen nach aus dem 16. Jahrhundert. Von daher kann davon ausgegangen werden, dass Martin Luther auf einem der beiden Wege (eher wohl auf dem Hinweg) in Lich übernachtet hat.
Auch weiß die Tradition in Lich, dass er im alten Pfarrhaus in der Braugasse übernachtet haben soll.
Am 8.4.1521 war Luther in Gotha (oder Eisenach), am 14.4.1521 in Frankfurt.
Daher ist davon auszugehen, dass Luther mindestens eine Nacht zwischen diesen beiden Daten in Lich weilte.

Folgerichtig betritt der nachgewiesene Lutherweg daher von Grünberg kommend in Ober-Bessingen Licher Boden, geht an Nieder-Bessingen und der Wüstung Hausen vorbei in die Kernstadt von Lich. Von da weiter über Kloster Arnsburg nach Eberstadt, wo er die Licher Gemarkung wieder verlässt.

Hier ein Blick rund um die ehemalige Kirche von Hausen:

Videos zum Lutherweg in der Gemarkung Lich finden sich unter dem Menüpunkt "Lutherweg".
In den Jahren 2015 und 2016 wird der Weg ausgeschildert und eingerichtet werden. Die Evangelische Marienstiftsgemeinde wird Pilgermöglichkeiten anbieten wie zum Beispiel Führungen und Andachten in der Marienstiftskirche.

Ein Heft zum Furierzettel ist in Lich erhältlich. Unter dem Menüpunkt "Bilder" ist eine Vorschau zu finden.

HR4 hat am 27.Oktober 2015 über die Schrift zum Furierzettel berichtet. Folgend der Podcast (ab Minute 1:40 über Lich):



Apps als digitale Führer durch Lich und die Marienstiftskirche:


   


   

Webseiten:

   



Furierzettel

Im Archiv der Evangelischen Marienstiftsgemeinde Lich findet sich unter vielen anderen interessanten Dokumenten seit Gründung des Marienstifts 1316 auch ein so genannter Furierzettel als dem 16. Jahrhundert mit 21 Namen von Reisenden und der Unterbringung ihrer 89 Pferde in verschiedenen Höfen in Lich.
Auf diesem 33,5cm hohen und 42cm breiten Dokument ist unter anderem auch ein Doktor Luther verzeichnet. Andere Reisende sind aus dem Umfeld des Erzbischof Albrecht von Mainz oder auch ein Student aus Wittenberg. Alle lebten zur Zeit Martin Luthers. Man kann also davon ausgehen, dass diese Reisegruppe mit Luther in Lich Quartier nahm.

Entgegen anderslautender Spekulationen sind die 8 Höfe, in denen die Pferde untergebracht werden, eindeutig in Lich nachweisbar. So gibt es z.B. eine Dechaney und zusätzlich einen Pfarrhof im weiteren Umkreis nur in Lich.

In Lich ist ein Heft zum Furierzettel erhältlich. Unter dem Menüpunkt "Bilder" ist eine Vorschau zu finden.

Die Namen aller Reisenden:

  1. Herr Werdorff und 7 Pferde
  2. Herr Buseck
  3. Herr Wolff von Schönbg und 15 Pferde
  4. von Leisnick
  5. von Wildenfels 4 Pferde
  6. Doktor Sebastian von Rotenhan 5 Pferde
  7. Doktor Busch 5 Pferde
  8. Doktor Sunthausen 4 Pferde
  9. Doktor Luther 3 Pferde
10. Conrad Rucker, Kammerschreiber und 6 Pferde
11. Johannes Heckmann
12. Herr von Königstein 11 Pferde
13. Wolff von Bach 4 Pferde
14. Syfried von Deven 2 Pferde
15. Moritz Knebel 4 Pferde
16. Balthasar Buch 2 Pferde
17. Husenstam 2 Pferde
18. Hartten ? 2 Pferde
19. Einrusser 5 Pferde
20. Dromphtur 1 Pferd
21. Philips Bott 1 Pferd
22. (Kammerwagen) 6 Pferde

Weiteres zu den bekannten Personen folgt.



Formalbeschreibung des Furierzettels:

Archiv der Marienstiftsgemeinde Lich
Aktenzeichen Nr. 300
Papier, 2°
halbbrüchig beschrieben
Wasserzeichen: Reichsapfel

Transkription:

Innenseite:
Her Wertorff Her Buchseck mit vii pferden
sollenn stellenn in Voÿts Mathis hůßs (a)
Her Wolff von Schonberg und der vonn
Lystneck mitt xv pferden sollen stellen
in Georgen Hollenn hůßs
Der von (b) Wildenfelsch mitt iiii
pferden soll stellen in Lůckeln hůßs
Doctor Sebestan vom Rottenhan mit v pferden
soll stellenn in Dammen Heintzen hůßs
Doctor Bůsch mitt v pferden soll stellen in
der Dechanÿ
Doctor Snůtthußen mitt iiii pferdenn
soll stellenn soll stellen in Her Hartman
Lyndenboltz hůßs
Doctor Lůtter mitt iii pferden soll stellenn
im Pfarhoffe
Der Cammerschreiber Her Conratt Růcker
Johannes Heckman mitt vi pferden sollen
stellen in Her Herman Gůlden hůßs
Mein Her von Konigstein mit xi pferden
soll stellen in Gryffhenne hůßs (c)

Rückseite: Wolff von Bach iiii
Syfridt von Deben ii
Moritz Knebell iiii
Balthazar Bůch ii
Husenstam ii               sollen stellen in
Hartten ii Acker           Heintzenn
Eÿnrusser v                 hůßs
Drompthůr i
Philips bott i
Cammerwagen vi

(a) Das o über den u wird einheitlich als o dargestellt, obwohl es im Text unterschiedliche Zeichen sind (offenes o nach oben bzw. unten, Haken ..)
(b) Es folgt gestrichen „Wylld“
(c) Darunter steht von anderer Hand folgende nachträgliche Bleistiftnotiz: „30. April 1521“



Bilder aus der Marienstiftskirche

Die Schrift über den Furierzettel als Auszug:


Sehenswerte Fenster im Nordschiff der Marienstiftskirche:

Im nördlichen Seitenschiff der Marienstiftskirche finden sich in zwei Fenstern Bilder von Martin Luther und Kurfürst Friedrich dem Weisen, sowie einige Wappen der Mitreisenden Martin Luthers.

Zwischen Martin Luther und Kurfürst Friedrich dem Weisen ist die Lutherrose zu sehen. Luther schreibt in einem Brief am 8. Juli 1530 zu seinem selbst gewählten Wappen, der Lutherrose:
"Das erste sollte ein Kreuz sein - schwarz - im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht ... Solch Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt ... darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig .... Und um solch ein Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste köstlichste Erz ist ..."

Kurfürst Friedrich der Weise war Luthers Landesherr und hat ihn vielfältig unterstützt.

Folgende Wappen sind zu sehen:

Moritz Knebel, von Wildenfels, von Königstein
von Werdorff, Sebastian von Rottenhan, von Buseck
von Leisnick, von Heusenstamm, von Schönberg

Der Furierzettel

In einer Vitrine ist eine Ablichtung des Furierzettels zu sehen mit entsprechenden Erläuterungen und Transkription.
89 Pferde waren unterzubringen. Auf dem Furierzettel ist festgehalten, welche Pferde wo untergebracht wurden.
Die Konfirmand/inn/en des Jahres 2015 haben diese 89 Pferde ausgesägt, sie sind zeitweise im Nordschiff der Marienstiftskirche vor einem Panorama des Kirchenplatzes von Lich ausgestellt.
(Mehr zum Furierzettel über das Menü oben).

Sehenswertes Fenster im Südschiff der Marienstiftskirche:

Unweit der Kanzel findet sich ein Fenster aus dem 19. Jahrhundert, das die beiden Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon darstellt.
Philipp Melanchthon * 16. Februar 1497 in Bretten; † 19. April 1560 in Wittenberg) war ein Philologe, Philosoph, Humanist und Theologe. Er war ein enger Freund und Weggefährte Luthers.
Bereits 1519 begleitete Melanchthon Luther zur Leipziger Disputation. 1521 veröffentlichte er die erste systematische Darstellung der reformatorischen Theologie (Loci communes rerum theologicarum). Damit waren die Hauptpunkte reformatorischer Ideen formuliert und die erste einflussreiche Dogmatik der evangelischen Kirche verfasst. Im Jahr 1529 übernahm Melanchthon die Rolle des Verhandlungsführers der Reformation auf dem Reichstag zu Speyer, weil Luther als Geächteter an den Verhandlungen nicht teilnehmen konnte. Des Weiteren nahm er am Marburger Religionsgespräch teil, bei dem Luther und er im Oktober 1529 den Schweizer Reformator Ulrich Zwingli trafen. Sein diplomatisches Wesen und Geschick bewies er bei der Abfassung der Confessio Augustana und der Apologie der Confessio Augustana, die zu den grundlegenden evangelischen Bekenntnisschriften zählen und zum Erfolg der Reformation beitrugen.

Videos zur Reformation und zu Luthers Aufenthalt in Lich:

Die folgenden Videos sind von den Konfirmand/inn/en der Marienstiftsgemeinde des Jahres 2015.





Lutherweg

Der Lutherweg, der 2015 durch Lich eingerichtet und beschildert wurde, erreicht bei Ober-Bessingen die Licher Gemarkung, folgt dem Lauf der Wetter an Nieder-Bessingen und der Wüstung Hausen mit ihren Mauerresten einer Kirche bis nach Lich. Von dort geht der Weg weiter durch das sogenannte Gottesackertal zum Kloster Arnsburg und won dort nach EBerstadt, wo der Lutherweg die Licher Gemarkung wieder verlässt.

Auch wenn der Lutherweg zwischen Grünberg und Friedberg zweigeteilt ist, so gibt es doch nur für Lich einen Nachweis, dass Luther wirklich Quartier genommen hat.
Auch spricht dafür, dass Luther in Lich genächtigt hat, dass der Solmser Graf in Diensten von Kurfürst Friedrich dem Weisen stand, Luthers Landesherren. Martin Luther war somit sicher auf dem Boden seines Landesherren.



Links zum Lutherweg

lutherweg-in-hessen.de

luther2017.de


Der Lutherweg auf Facebook:



Bilder vom Lutherweg in der Gemarkung Lich


Videos vom Lutherweg in der Gemarkung Lich

1. Ober-Bessingen bis vor Lich

1.1. Ober-Bessingen



1.2. Wüstung Hausen


1.3. Wüstung Hausen bis vor Lich


2. In Lich

2.1. Oberstadt, Marktplatz und Rathaus



2.2. Kirchplatz mit Marienstiftskirche und Stadtturm



2.3. Marienstiftskirche innen


2.4. Schlossgasse und Schloss


3. Lich bis hinter Kloster Arnsburg


3.1. Vom Gottesackertal ins Kloster Arnsburg



3.2. Kloster Arnsburg








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